STEWARDESS


Geschichte

Im März 1912 trat Heinrich Kubis an Bord des Zeppelins LZ-10 „Schwaben“ als erster Stewart der Welt für die DELAG seinen Dienst an, und er agierte auch in brenzligsten Situationen mit größter Disziplin, Besonnenheit und Sorge um das Wohlergehen der Passagiere. Er war damit der erste Steward („Cabin Boy“) der Welt.

Eine Frau („Sky Girl“) drang überhaupt erst knapp 20 Jahre später in die Männerdomäne ein – was auch damit zu tun hatte, dass die Flugbegleiter des frühen Flugzeugzeitalters keineswegs nur Drinks servierten, sondern auch Koffer schleppen und die Maschine betanken mussten. Ellen Church, eine amerikanische Krankenschwester, so hieß diese erste Frau, die am 15. Mai 1930 25-jährig als Stewardess zunächst testweise bei Boeing Air Transport (BAT) eingesetzt wurde und die Passagiere von Ihrem Können überzeugte. Piloten und Copiloten sollen hingegen weniger erfreut gewesen sein. Sie gingen davon aus, dass Frauen den Ansprüchen nicht gewachsen sind und gesundheitliche Probleme bekommen würden. Von den Frauen der Piloten kam ebenfalls erhebliche Gegenwehr: Sie sahen in den jungen Damen Konkurrentinnen und schrieben sogar Protestbriefe an die Leitung der Fluggesellschaften.

Vier Jahre später, im Jahre 1934, sicherte sich die Schweizerin Nelly Diener bei der Swissair den Titel „Erste Stewardess Europas“. Bis sich das Berufsbild der Stewardess etablierte, dauerte es jedoch noch einige Jahre. Über Deutschlands Wolken waren lange Zeit immer noch Männer für den Service zuständig, erst 1938 stellte die Lufthansa sogenannte Air-Hostessen ein. Die Aspirantinnen lernten dann ab 1955 an der in Hamburg eigens dafür gegründeten Stewardessenschule das Handwerkszeug einer Flugbegleiterin – neben Erster Hilfe, Aerodynamik und Etikette stand auf dem Unterrichtsplan auch gerades Gehen in hochhackigen Schuhen!

Eine nicht ganz unwichtige Anforderung an die ersten Stewardessen war ihr Singledasein, die Karriere endete mit der Hochzeit – eine Regelung, die in Deutschland noch bis in die Siebziger Jahre hinein Gültigkeit hatte.

Mode im Wandel: Der Dresscode über den Wolken

Mit der Zeit wandelte sich auch die Mode der Flugbegleiterinnen, die Röcke wurden in den 50er Jahren immer kürzer und die zentrale Frage war dabei stets: Wie züchtig muss die Bekleidung für das fliegende Personal sein? Ende der 60er Jahre waren bei den Stewardessen der amerikanischen Southwest Airlines sogar Hot Pants angesagt, getreu der Marketingstrategie “Sex sells Seats”, in den Siebzigern wurde dann der Minirock führend.

Andere Fluglinien setzten dagegen auf einen eher klassischen Stil und beauftragten namhafte Designer, wie Christian Lacroix, Nina Ricci, Pierre Balmain oder Karl Lagerfeld, um Uniformen für ihr Personal entwerfen zu lassen – der Mittelgang wurde damit gewissermaßen zum Laufsteg.

Und wieder andere Fluggesellschaften entschieden sich erfolgreich für exotische Nationaltrachten, wie beispielsweise Singapore Airlines mit seinen im traditionellen Sari gekleideten „Singapore Girls“ (1973), oder sie machten mit höchst spektakulären Kostümen ihrer Stewardessen von sich reden, wie die ehemalige Braniff International Airways.

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